Ostseetour 2026 – Ein Reisebericht
Während unserer Tour habe ich diverse Dinge auf Social Media gepostet. Eine kleine Bilderkompilation der Städte auf Instagram (externer Link) und ein paar interessante Beobachtungen auf Bluesky (externer Link) und Mastodon (externer Link) (hier bin ich aktiver). Über die Zeit hinweg bin ich ein paar Mal darauf angesprochen worden, ob ich nicht ein paar Worte zu unserer Reise schreiben könnte und wie du gerade liest, habe ich das getan.
Vor ein paar Jahren haben wir schon mal einen Roadtrip durch Spanien und Portugal gemacht, damals aber leider nicht darüber gebloggt. Jetzt mit unserer Ostseeumrundung war ich einmal nicht so faul.
Die Idee
Wie kamen wir eigentlich auf die Idee, so eine Tour zu machen? Ganz einfach: Mit dem Spanienroadtrip haben wir gemerkt, dass diese Art von Urlaub eine super Abwechslung zu unseren anderen Urlauben ist. Vor allem ich benötige zum Abschalten viel Veränderung und Neues in meiner Umgebung. Da komme ich besser aus meinem Trott raus. Seit gefühlten Jahrzehnten wollte ich mal die Hauptstädte in den skandinavischen Ländern besuchen. Seitdem wir unregelmäßig sonntags „Kitchen Impossible“ gucken, reizt uns auch das Baltikum.
Wenn man beide Sachen kombiniert, kommt also eine schöne Umrundung der Ostsee zustande.
Die Tour
Erst mal ein paar Daten zur Tour, damit du einen ungefähren Überblick bekommst. Wir sind sonntags früh Richtung Kopenhagen gestartet. Ich wollte dorthin in einem Rutsch durchfahren, weil es keinen für uns sinnvollen Zwischenstopp gegeben hätte. Entsprechend kamen wir spät dort an. Anschließend wollten wir immer einen Reisetag gefolgt von einem vollen Tag am Zielort haben. Es gibt wenige Ausnahmen.
Ich gebe zu, dass mir Claude AI bei der Recherche geholfen hat, was wir in den jeweiligen Städten machen könnten. Ich wollte von der KI Hilfestellungen zu Kirchen, Theater und Markthallen haben. Die Liste, die dabei herausgekommen ist, findest du bei jeder Stadt in einem eigenen Kasten. Zudem haben wir im Wohnzimmer eine Wand mit Selfies von uns von Orten, an denen wir waren. Ich fragte also auch nach einem guten Ort für ein solches Foto, der einzigartig für die Stadt ist, damit unsere Gäste den jeweiligen Ort erraten können.
Nach einem Tag Kopenhagen fuhren wir nach Göteborg und haben dort nur den restlichen Tag verbracht. Am nächsten Morgen weiter nach Oslo, einen vollen Tag und daraufhin weiter nach Stockholm. Dort auch einen vollen Tag und am Sonntag ging es dann nachmittags mit der Fähre über Nacht nach Helsinki. Die kam schon früh morgens dort an, sodass wir quasi zwei volle Tage in der finnischen Hauptstadt verbracht haben. Mittwochmorgen ging dann die Fähre nach Tallinn.
Ein paar Worte zu …
… Kopenhagen

In Kopenhagen schliefen wir im Motel One. Wir sind große Freunde der Hotelkette und wenn möglich buche ich immer direkt dort. Das Hotel war sehr gut gelegen und hatte auch eine eigene Tiefgarage. Allerdings mit einer sehr engen Einfahrt. Darüber hatte man mich im Voraus auch schon gewarnt. Unser NIO ET5 passte da ganz okay durch. Die Parkplätze waren aber schon eng.
In Kopenhagen sind wir viel zu Fuß unterwegs gewesen und sind eigentlich einfach alle größeren Sehenswürdigkeiten abgelaufen. Unser Selfie haben wir dann in Nyhavn gemacht, vor der bunten Häuserreihe. Von innen haben wir uns nur die Frederikskirche angeguckt. Sonst sind wir viel an den Kanälen entlang gelaufen und haben dort die Oper gesehen.
Einen Abend haben wir in der Markthalle gegessen. Dort gibt es neben normalen Ständen für Fleisch und Obst auch kleine restaurantähnliche Geschäfte. Ein Smørrebrød musste dabei natürlich probiert werden.
Kopenhagen hat uns sehr gut gefallen. Man muss allerdings extrem auf den Fahrradverkehr achten. In keiner anderen Stadt auf der Reise haben wir derart viele Radfahrer gesehen wie dort. Bei der vorhandenen Infrastruktur auch kein Wunder.
- Selfie-Motiv: Nyhavn – die bunten Häuserfassaden am Kanal
- Kirchen: Vor Frelsers Kirke (Erlöserkirche), Barockkirche mit Außenwendeltreppe; Marmorkirken mit der größten Kirchenkuppel Skandinaviens
- Theater: Königliches Theater am Kongens Nytorv, direkt am Ende von Nyhavn
- Geheimtipp: Nørrebro – multikulturell, lokale Cafés, Assistens Kirkegård, wo Kierkegaard begraben liegt
- Markthalle: Torvehallerne – zwei Glashallen am Israels Plads
- Kulinarik: Smørrebrød, Wienerbrød, Frikadeller
- Getränke: Carlsberg und Tuborg vom Fass, Gammel Dansk, Æblemost
… Göteborg
In Göteborg haben wir im Comfort Hotel geschlafen. Ein paar Tage vorher konnte ich für 8 Euro auf ein Zimmer mit Meerblick upgraden, sodass der Ausblick aus dem Hotelzimmer entsprechend hübsch war. Das Hotel selbst war solide und sehr gut gelegen. Dazu mit eigenem Parkhaus.
Göteborg haben wir einfach nur mitgenommen, weil es auf der geplanten Route nach Oslo liegt und daher kein wirklicher Umweg war.
Unser Selfie haben wir vor dem Theater gemacht. Sonst sind wir nicht so viel umhergelaufen. Wir haben dort primär das Haga-Viertel angeschaut sowie das Theater. In der Markthalle hat uns kulinarisch leider nichts gefallen, sodass wir im Hotel zu Abend gegessen haben.
- Selfie-Motiv: Poseidon-Brunnen am Götaplatsen
- Kirchen: Domkyrkan
- Theater: Göteborgs Stadsteater am Götaplatsen, direkt neben dem Poseidon-Brunnen
- Geheimtipp: Linnéstaden – lokale Bars und Restaurants
- Markthalle: Saluhallen – überdachte Markthalle aus dem 19. Jahrhundert
- Kulinarik: Räkmacka (Garnelenbrot), Köttbullar, Fika mit Kanelbulle
- Getränke: Schwedisches Craft Beer, Punsch, Glögg
… Oslo

In Oslo haben wir im „Comfort Hotel XPress Central Station“ geschlafen. Man könnte es mit einem ibis budget vergleichen. Entsprechend war es für norwegische Verhältnisse auch günstig. Da halb Oslo eine Baustelle ist, war die Anfahrt dorthin etwas schwer. Parken mussten wir entsprechend im Parkhaus des Hauptbahnhofes.
In Oslo sind wir mit dem Viertel Grünerløkka gestartet, das viele kleine Cafés und Geschäfte beherbergt. Für Vintage und etwas ausgefallenere Mode ein guter Punkt. Zudem waren wir im Frognerpark, auf der Festung Akershus, flanierten an den Restaurants an der Aker Brygge und besuchten auch das Theater und den Dom. Der Ausblick von der Festung war super. Ein schöner Überblick über die Stadt. Etwas später waren wir noch in der Nationalbibliothek sowie auf der neuen Oper. Beide Gebäude liegen direkt zusammen. Von der Oper aus hat man ebenfalls einen schönen Blick über die Stadt.
Oslo hat eine eigene Markthalle mit vielen kleinen Restaurants. Dort habe ich das erste Mal Elch gegessen. Wer Wildfleisch mag, sollte das unbedingt probieren. Eine zweite Markthalle, die sich eher „Street Food“ nennt, ist nicht weit von der ersten entfernt. Hier gibt es allerdings primär internationale Stände.
- Selfie-Motiv: Der Monolith im Vigelandpark
- Kirchen: Oslo Domkirke
- Theater: Nationaltheatret gegenüber dem Schlosspark
- Geheimtipp: Grünerløkka mit Vintage-Läden und Cafés; Ekebergparken mit Blick über den Oslofjord
- Markthalle: Mathallen im Stadtteil Vulkan – eher Restaurants als klassische Markthalle
- Kulinarik: Lachs, Brunost (brauner Ziegenkäse), Kjøttkaker
- Getränke: Aquavit, Hansa- und Ringnes-Bier, Apfelsaft aus Hardanger
… Stockholm

Stockholm ist meine Lieblingsstadt in Europa. Ich kann dir nicht rational erklären, warum das so ist. Ich fühle mich in der Stadt einfach sehr wohl. Die Architektur, die Menschen, die Stadtgröße – das spielt alles zusammen. Wer mit skandinavischen Städten anfangen möchte, dem sei Stockholm sehr ans Herz gelegt.
In Stockholm fand an diesem Tag der Tjejmilen statt. Ein 10-km-Lauf nur für Frauen quer durch die Stadt. Der Lauf wurde 1984 ins Leben gerufen und ist eines der größten Sportevents für Frauen in Schweden.
Ich war schon zweimal dort, entsprechend mussten wir die touristischen Orte nicht abklappern. Wir haben uns stattdessen mit einer Bekannten meiner Lebensgefährtin getroffen, die uns ein bisschen Stockholm aus ihrer Sicht zeigte. Unser Abendessen haben wir dann, so unser Wunsch, in der Markthalle in Stockholm eingenommen. Dort sind unten normale Marktstände und im 1. Stock Restaurants.
- Selfie-Motiv: Stortorget in Gamla Stan oder das Rathaus mit den drei Kronen
- Kirchen: Storkyrkan, die älteste Kirche der Stadt; Riddarholmskyrkan, die Begräbniskirche der schwedischen Könige
- Theater: Dramaten – Jugendstilbau am Nybroplan
- Geheimtipp: Södermalm für lokales Flair, Djurgården für Parks und Ruhe
- Markthalle: Östermalms Saluhall – prachtvoll, gehoben und teuer
- Kulinarik: Räkmacka, Köttbullar, Fika mit Kanelbulle und – nur für Mutige – Surströmming
- Getränke: Schwedisches Craft Beer, Punsch, Filmjölk
… Helsinki
Von Stockholm nach Helsinki ging es für uns mit der Nachtfähre. Die Überfahrt dauerte knapp 16 Stunden und hatte etwas von einer Kreuzfahrt light. Ich konnte mir vorher schon schwer vorstellen, eine Kreuzfahrt als Urlaub zu buchen, nach dieser Fahrt noch weniger. Einfach nicht unser Urlaub.
Das Glück, das wir an den vorherigen Stationen hatten, machte in der finnischen Hauptstadt ein wenig Pause. Zum einen hat es sehr viel geregnet und war windig. Zum anderen war aus gesundheitlichen Gründen nicht wirklich viel möglich. Wir haben in der Stadt also eher unser vorher ausgesuchtes Pflichtprogramm erfüllt, ohne wirklich mehr von der Stadt zu entdecken. Uns beiden hat Helsinki aber auch nicht sonderlich zugesagt. Wir haben es ein wenig mit Göteborg verglichen.
- Selfie-Motiv: Die weißen Stufen vor dem Dom (Tuomiokirkko)
- Kirchen: Tuomiokirkko; Temppeliaukio-Kirche, direkt in den Fels gesprengt
- Theater: Finnisches Nationaltheater am Hauptbahnhof
- Geheimtipp: Kallio mit gutem Streetfood; Kalasatama als aufstrebendes Hafenviertel
- Markthalle: Vanha Kauppahalli – Jugendstilbau von 1889 direkt am Hafen
- Kulinarik: Lohikeitto (Lachssuppe), Karelische Piroggen, Rentier, Salmiak
- Getränke: Lonkero, Sahti (Wacholderbier), Koskenkorva
… Tallinn

Wieder durften wir mit der Fähre fahren, diesmal nur gute 3 Stunden. In Tallinn angekommen, hatten wir das Glück, dass unser Hotel sehr nah zum Hafen war und wir nicht großartig durch die Stadt fahren mussten.
Am Ankunftstag hat es auch noch viel geregnet. Wir konnten aber zumindest am Abend schon einmal durch die sehr nah gelegene Altstadt schlendern. Die Altstadt geht bis ins 11. Jahrhundert zurück, und vieles davon ist heute noch sichtbar. Allerdings sollte man festes Schuhwerk anziehen, denn die Straßen sind teilweise sehr uneben. Die Stadt insgesamt ist eine interessante Mischung aus sowjetischem Funktionalismus und schönen gotischen Häusern.
Am zweiten Tag sind wir zum Palast gegangen und haben uns weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt angeguckt.
Unser Hotel in Tallinn war das Hyatt Place Tallinn. Obwohl die ganzen LKW von der Fähre an unserem Hotelzimmer vorbeigefahren sind, haben wir nichts gehört. Auch sonst war es eines der besten Hotels, die wir auf der Reise hatten.
- Selfie-Motiv: Toompea-Hügel mit Blick auf die Altstadt oder das Viru-Tor
- Kirchen: Alexander-Newski-Kathedrale auf dem Toompea; Olevistekirche mit besteigbarem Turm
- Theater: Estnisches Dramatheater direkt an der Altstadt
- Geheimtipp: Kalamaja mit Telliskivi Creative City; die Altstadt früh morgens oder nach 18 Uhr
- Markthalle: Balti Jaama Turg direkt am Bahnhof – lokal und günstig
- Kulinarik: Verivorst (Blutwurst), Kama, Kiluvõileib (Sprottenbrot), estnisches Schwarzbrot
- Getränke: Vana Tallinn, Saku- und A.-Le-Coq-Bier, Kefir
… Riga

Was soll ich sagen? In Riga prallen Welten aufeinander und das in mehrfacher Hinsicht. In keiner anderen Stadt wurden mehr Luxus-Autos zur Schau gestellt und gleichzeitig sieht man arme Menschen auf den Straßen. Manche Häuser wurden wunderschön restauriert und hergerichtet und andere zerfallen komplett. Dieser Mix der Welten hat Riga für uns eine große positive Überraschung werden lassen.
Da wir übers Wochenende dort waren, waren in der dortigen Altstadt viele Gruppen zum Feiern unterwegs. Einige Straßen scheinen dort regelrechte Partymeilen zu sein. Allerdings nicht auf die schreckliche Art und Weise. Man muss nur damit rechnen, dass es voll werden kann. Riga wird für uns eine der Städte sein, bei denen wir noch mal für mehrere Tage wiederkommen müssen, um auch das Flair und mehr von den Menschen mitzubekommen.
Sehr schön war, dass wir am 11. September ganz viele Menschen mit ihrem Corgi Gassi gehen sahen. Zu viele für einen Zufall. Es stellte sich heraus, dass es an diesem Tag den „Royal Corgi Walk“ zu Ehren von Queen Elizabeth II. gibt.
Nachdem wir in Tallinn viel Glück mit dem Hotel hatten, war das in Riga vergleichsweise schlecht. Zum einen war es schlecht gedämmt, zum anderen war alles krumm und schief – und das nicht auf die künstlerische Art und Weise. Das AC Hotel by Marriott würde von mir keine Empfehlung bekommen.
- Selfie-Motiv: Schwarzhäupterhaus am Rathausplatz
- Kirchen: Rigaer Dom; Petrikirche mit Aussichtsplattform im Turm
- Theater: Lettische Nationaloper am Stadtkanal
- Geheimtipp: Alberta iela mit ihren Jugendstilgebäuden
- Markthalle: Zentralmarkt (Centrāltirgus) in fünf ehemaligen Zeppelin-Hangars
- Kulinarik: Rupjmaize (Schwarzbrot), Sklandrausis, graue Erbsen mit Speck
- Getränke: Riga Black Balsam, Uzavas Alus
… Vilnius

Die litauische Hauptstadt war schlussendlich das, was ich mir vom Baltikum vorgestellt hatte: Tradition meets Moderne. Viele alte Häuser, schön restauriert und am anderen Flussufer die Glashochhäuser. Vilnius gilt als Rom des Baltikums und soll über 50 Kirchen haben. Wer aus welchen Gründen auch immer gern in Kirchen geht, wird hier fündig.
Bei der Anfahrt nach Vilnius sagte unser Navi, dass diverse Straßen gesperrt seien und natürlich hatten wir das „Glück“, dass ausgerechnet an diesem Sonntag der Vilnius-Marathon stattfand.
Vilnius an sich hat uns aber sonst nicht so sehr zugesagt. Es ist für uns keine hässliche Stadt, der Funke ist nur aus subjektiven Gründen einfach nicht übergesprungen. In der Nacht schrillten plötzlich unsere Handys. Cell Broadcast. Amtliche Warnung vor Drohnenangriffen Stufe Gelb. Zwar gab es ca. 20 Minuten später Entwarnung, gut geschlafen haben wir trotzdem nicht.
Diese Stadt war auch die letzte auf unserer geplanten Tour. Da es von der litauischen Hauptstadt zu uns nach Hause deutlich zu weit war, um direkt heimzufahren, haben wir noch zwei Zwischenetappen eingelegt: Warschau und Prag.
- Selfie-Motiv: Gediminas-Turm mit Blick über die Altstadt
- Kirchen: Kathedrale mit freistehendem Glockenturm; St.-Annen-Kirche
- Theater: Litauisches Nationales Dramatheater
- Geheimtipp: Die „Republik Užupis“ mit eigener Verfassung; Subačiaus-Aussichtspunkt
- Kulinarik: Cepelinai, Šaltibarščiai (kalte Rote-Bete-Suppe), Kibinai
- Getränke: Midus (Met), Gira (Brotgetränk), Švyturys- und Utenos-Bier
… Warschau
Ich bin froh, dass wir das Baltikum als Puffer zwischen Städten wie Oslo oder Stockholm und Warschau hatten. Der Verkehrslärm in der Stadt ist ja grausig. Wir hatten zwar nur ein paar Stunden, haben aber versucht zumindest die historische Altstadt zu sehen. Der Weg dorthin hätte Warschau auf den letzten Platz unseres Rankings gesetzt, aber die Altstadt an sich ist ganz hübsch. Viel haben wir natürlich nicht gesehen. Trotzdem glaube ich nicht, dass wir so bald noch mal dorthin möchten.
- Selfie-Motiv: Sigismundsäule auf dem Schlossplatz
- Kirchen: Heiligkreuzkirche, in der Chopins Herz eingemauert ist; Johanneskathedrale in der Altstadt
- Theater: Teatr Wielki – die Nationaloper am Theaterplatz
- Geheimtipp: Praga auf der anderen Weichselseite mit alten Fabrikhallen, Galerien und Bars
- Kulinarik: Pierogi, Żurek, Bigos, Zapiekanka
- Getränke: Żubrówka (mit Apfelsaft als „Szarlotka“), Tyskie, Żywiec, Lech, Kompot
… Prag
Also Prag ist bestimmt eine wunderschöne Stadt, aber sowas von touristisch überlaufen, puh …
Diese Menschenmengen haben uns die Stadt nicht genießen lassen und die Eindrücke wurden dadurch schon extrem geschmälert. Zu einer ruhigeren Zeit wäre Prag aber sicherlich einen Besuch wert.
- Selfie-Motiv: Karlsbrücke mit dem Hradschin im Hintergrund – am besten früh morgens
- Kirchen: Veitsdom auf dem Hradschin; Teynkirche am Altstädter Ring
- Theater: Nationaltheater an der Moldau; Ständetheater, in dem Mozarts „Don Giovanni“ uraufgeführt wurde
- Geheimtipp: Vyšehrad mit Blick über die Moldau; das Viertel Vinohrady
- Kulinarik: Svíčková, Trdelník, Bramboráky
- Getränke: Pilsner Urquell, Budvar und Kozel frisch gezapft, Becherovka, Kofola
Fazit
Wow, war das ein Urlaub! Es war auf der einen Seite sehr anstrengend, über zwei Wochen aus dem Koffer zu leben, auf der anderen Seite haben wir aber so unglaublich viel gesehen. Das Wetter war, bis auf kleine Ausnahmen, perfekt. Wir hatten fast immer um die 20 bis 22 °C und konnten die Städte entsprechend ihrer Schönheit erleben. Für mich ist das auch wichtig, weil dann viele Menschen draußen sind und einfach ihre Heimatstadt und das Wetter genießen.
Das Autofahren war gar nicht so schlimm, auch wenn manche „Autobahnen“ eher breite Landstraßen sind. In der gesamten Zeit hat alles super geklappt. Mit dem Elektroauto ist es in Skandinavien eh total einfach. In manchen Straßen haben die Laternen Steckdosen zum Laden. Im Baltikum gab es, für die kleinen und wenig bevölkerten Länder, auch reichlich Ladestationen. Lediglich die Strecke von Vilnius nach Warschau mussten wir ein wenig genauer planen. Bei allen anderen Strecken konnten wir uns vollständig auf die Ladeplanung des Autos verlassen.
Wenn ich die Städte in eine Rangliste einsortieren müsste, würde sie so aussehen:
- Stockholm
- Oslo
- Riga
- Kopenhagen
- Tallinn
- Vilnius
- Prag
- Göteborg
- Warschau
- Helsinki
Es war bereits unser zweiter großer Road-Trip und wir würden soetwas immer wieder machen. In den nächste Jahren werden wir sicherlich noch einmal die eine oder andere Stadt auf der Liste besuchen.
Routenplan
Für alle, die selbst eine solche Tour mit dem E-Auto planen: Meine Lebensgefährtin hat jede Etappe mitgeschrieben – wann wir losgefahren sind, wo wir geladen haben, wie viel und was es gekostet hat. Insgesamt sind wir 4.379 km gefahren und haben an 22 Stopps rund 916 kWh nachgeladen.
Unser NIO ET5 kann an einer Swap-Station den Akku tauschen lassen, statt zu laden. Das haben wir genutzt, wo es ging – in Deutschland, Schweden und Norwegen. Ein Tausch hat jeweils nur 6 bis 9 Minuten gedauert. Im Baltikum und in Polen gibt es keine Swap-Stationen, dort haben wir an Ionity, an Tesla-Superchargern und einmal bei GreenWay geladen. Dazu kamen drei Ladungen am Hotel bzw. auf dem Parkplatz.
Die Etappen Stockholm – Helsinki und Helsinki – Tallinn fehlen, da wir sie mit der Fähre zurückgelegt haben.
Ockenheim – Kopenhagen
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 06:42 | 41370 | los | ||
| 07:49 | 41482 | Swapping Reiskirchen | 16,8 | 7,14 € |
| 07:55 | weiter | |||
| 09:59 | 41687 | Ionity Harz West | 33,372 | 14,44 € |
| 10:20 | weiter | |||
| 10:25 | 41691 | Supercharger Rhüden | 32,2 | 13,21 € |
| 10:52 | weiter | |||
| 14:26 | 41906 | Swapping Hamburg | 54,4 | 23,12 € |
| 14:34 | weiter | |||
| 18:42 | 42127 | Ionity Vordingborg | 19,168 | 45,53 DKK |
| 19:00 | weiter | |||
| 20:06 | 42224 | am Hotel |
Kopenhagen – Göteborg
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 08:42 | 42224 | los | ||
| 09:31 | 42278 | Swapping bei Malmø | 51,2 | 220,16 SEK |
| 09:40 | weiter | |||
| 11:42 | 42478 | Swapping Varberg | 40,0 | 172,00 SEK |
| 11:48 | weiter | |||
| 12:35 | 42548 | am Hotel |
Göteborg – Oslo
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 09:42 | 42548 | los | ||
| 12:18 | 42802 | Swapping Vestby (Vestbynord) | 64,0 | 256,00 NOK |
| 12:24 | weiter | |||
| 12:29 | 42844 | am Hotel |
Oslo – Stockholm
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 09:00 | 42844 | los | ||
| 12:07 | 43102 | Supercharger Kristinehamn | 57,3 | 223,35 SEK |
| 12:49 | weiter (mit McD) | |||
| 14:47 | 43294 | Swapping Enköping | 50,4 | 216,72 SEK |
| 14:53 | weiter (mit McD) | |||
| 16:10 | 43371 | am Hotel |
Tallinn – Rīga
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 08:06 | 43399 | Laden am Hotel (AC) | 9,0 | 5,76 € |
| 10:06 | 43399 | los | ||
| 10:30 | 43406 | noch mal Hotel los, weil Handy vergessen | ||
| 12:53 | 43575 | Ionity Häädemeeste (Kilingi-Nõmme) | 41,968 | 14,36 € |
| 13:25 | weiter | |||
| 15:29 | 43714 | am Hotel |
Rīga – Vilnius
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 10:28 | 43715 | los | ||
| 11:28 | 43787 | Ionity Bauska, nur etwas geladen | 12,906 | 5,65 € |
| 11:39 | weiter | |||
| 12:46 | 43880 | Ionity Aplinkkelis (bei Šeksys) | 60,905 | 18,67 € |
| 13:41 | weiter (Burger im Auto gegessen) | |||
| 15:18 | 44009 | am Hotel | ||
| 19:16 | 44009 | Laden am Hotel (AC) | 38,7 | – |
Vilnius – Warschau
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 09:10 | 44009 | los | ||
| 10:29 | 44131 | Ionity Garliava (direkt an A5) | 11,055 | 3,39 € |
| 10:43 | weiter | |||
| 12:06 | 44380 | GreenWay CCS bei Łomża (Aldi) | 64,35 | 154,44 PLN |
| 12:57 | weiter (KFC, Aldi) | |||
| 15:19 | 44538 | am Hotel |
Warschau – Prag
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 08:09 | 44538 | los | ||
| 09:31 | 44653 | Supercharger Stryków | 55,9 | 95,05 PLN |
| 10:22 | weiter | |||
| 12:44 | 44915 | Supercharger Wrocław (Breslau, McD) | 69,4 | 138,86 PLN |
| 13:43 | weiter | |||
| 18:21 | 45196 | am Hotel |
Prag – Ockenheim
| Uhrzeit | km | Ereignis | Geladene kWh | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 07:56 | 45196 | Laden auf dem Parkplatz (Prag) | 48 | 29,33 € |
| 08:39 | 45196 | los | ||
| 11:13 | 45431 | Supercharger Ursensollen | 26,7 | 9,07 € |
| 11:58 | weiter | |||
| 12:38 | 45556 | Swapping Geiselwind | 58,4 | 24,82 € |
| 12:44 | weiter | |||
| 14:45 | 45749 | daheim |
Ladekosten im Überblick
| Betrag | |
|---|---|
| Geladene Energie gesamt | 916,12 kWh |
| Davon ohne bekannten Preis (Vilnius-Hotel) | 38,7 kWh |
| Kosten gesamt (umgerechnet in €) | ≈ 362,80 € |
Aufschlüsselung der Kosten nach Währung
| Währung | Summe | ≈ in € |
|---|---|---|
| EUR (nativ) | 168,96 € | 168,96 € |
| DKK | 45,53 DKK | 6,09 € |
| SEK | 832,23 SEK | 74,64 € |
| NOK | 256,00 NOK | 23,17 € |
| PLN | 388,35 PLN | 89,94 € |
| Gesamt | ≈ 362,80 € |